Stellen Sie sich vor, Sie lernen gerade Englisch und lesen zum ersten Mal die Wörter “bury” und “busy”. Beide fangen mit “bu-” an, also müssten sie sich doch ähnlich anhören, oder? Falsch. “bury” reimt sich auf “berry” (/ˈberi/), “busy” dagegen auf “dizzy” (/ˈbɪzi/) – und beide haben nichts mit dem “u” gemein, das man aus “put” oder “cut” kennt. Willkommen in der englischen Rechtschreibung, in der ein und derselbe Buchstabe je nach Wort völlig unterschiedlich klingen kann.
Der Grund dafür ist historisch: Als im 15. und 16. Jahrhundert der Buchdruck aufkam, wurde die englische Schreibung nach und nach vereinheitlicht und quasi eingefroren. Die Aussprache hat sich seitdem aber deutlich weiterentwickelt – vor allem durch den sogenannten Great Vowel Shift, bei dem sich fast alle langen Vokale des Englischen verschoben haben. Das Ergebnis: Wörter, die vor 500 Jahren noch so klangen, wie sie geschrieben werden, tun das heute oft nicht mehr.
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