Ein kleiner Führer für Muttersprachler des Deutschen

Autor: Martin Böcker (Seite 1 von 4)

Parallelismus im Englischen: Expressing co-ordinate ideas in similar form

Heute soll es ein weit­eres Mal um Empfehlun­gen aus dem Stil­hand­buch The Ele­ments of Style von William Strunk Jr. und E. B. White gehen. Eine der wichtig­sten Regeln darin lautet:

“Express co-ordi­nate ideas in sim­i­lar form.”

Auf Deutsch kön­nte man sagen:

Drücke gle­ichrangige Gedanken in ein­er ähn­lichen Form aus.

Gemeint ist das Prinzip des Par­al­lelis­mus (par­al­lel con­struc­tion).
Wenn zwei oder mehr Dinge dieselbe Funk­tion im Satz haben, soll­ten sie auch gram­ma­tisch gle­ich aufge­baut sein.

Das klingt zunächst the­o­retisch, macht Texte aber sofort klar­er, ele­gan­ter und pro­fes­sioneller.

Warum ist Parallelismus wichtig?

Leser ver­ste­hen Infor­ma­tio­nen schneller, wenn ähn­liche Gedanken auch ähn­lich for­muliert sind.

Ver­gle­ichen wir diese bei­den Sätze:

❌ For­mer­ly, sci­ence was taught by the text­book method, while now the lab­o­ra­to­ry method is employed.

✅ For­mer­ly, sci­ence was taught by the text­book method; now it is taught by the lab­o­ra­to­ry method.

Im zweit­en Satz erken­nt man sofort die Struk­tur:

  • früher → wurde unter­richtet
  • heute → wird unter­richtet

Die Form ist sym­metrisch. Dadurch wirkt der Satz klar und sich­er.


Typische Fehler beim Parallelismus

1. Unterschiedliche Satzformen mischen

Oft wer­den Forme vari­iert, um Wieder­hol­un­gen zu ver­mei­den. Das Ergeb­nis wird oft unklar.

Beispiel

❌ The cer­e­mo­ny was long and had a lot of tedious parts.

✅ The cer­e­mo­ny was long and tedious.

Bei­de Adjek­tive fol­gen der­sel­ben Struk­tur.


Artikel und Präpositionen konsequent verwenden

Wenn mehrere Ele­mente in ein­er Rei­he ste­hen, sollte die Gram­matik kon­sis­tent sein.

Artikel

❌ The French, the Ital­ians, Span­ish, and Por­tuguese

✅ The French, the Ital­ians, the Span­ish, and the Por­tuguese

Oder alter­na­tiv ganz ohne Wieder­hol­ung:

✅ French, Ital­ians, Span­ish, and Por­tuguese

Wichtig ist die Ein­heitlichkeit.


Präpositionen

❌ In spring, sum­mer, or in win­ter

Hier begin­nt die Rei­he mit ein­er Prä­po­si­tion (in), später taucht sie erneut auf.

Bess­er:

✅ In spring, sum­mer, or win­ter

oder

✅ In spring, in sum­mer, or in win­ter

Bei­des ist kor­rekt — Haupt­sache par­al­lel.


Parallelismus bei „both … and“, „either … or“, „not only … but also“

Beson­ders wichtig ist die Regel bei soge­nan­nten kor­rel­a­tiv­en Aus­drück­en.

both … and

❌ The movie was both bor­ing and it was too long.

✅ The movie was both bor­ing and too long.

Nach both fol­gen zwei Adjek­tive.


not … but

❌ This is not a time for excus­es, but action.

✅ This is not a time for excus­es, but for action.

Bei­de Teile begin­nen mit for.


either … or

❌ Either you must apol­o­gize or los­ing your job.

✅ Either you must apol­o­gize or lose your job.

Oder noch ele­gan­ter:

✅ You must either apol­o­gize or lose your job.

Bei­de Ver­ben ste­hen im Infini­tiv.


not only … but also

❌ She not only speaks Span­ish but also Ger­man flu­ent­ly.

Das ist nicht kom­plett falsch, klingt aber unaus­ge­wogen.

Bess­er:

✅ She speaks not only Span­ish but also Ger­man flu­ent­ly.

oder:

✅ She not only speaks Span­ish but also speaks Ger­man.


Parallelismus in Aufzählungen

Ger­ade bei Lis­ten ist par­al­lele Struk­tur extrem wichtig.

Uneinheitliche Liste

❌ Our goals are improv­ing cus­tomer ser­vice, low­er costs, and that employ­ee morale increas­es.

Hier wer­den drei ver­schiedene Kon­struk­tio­nen gemis­cht:

  • Gerundi­um
  • Sub­stan­tivphrase
  • Neben­satz

Bess­er:

✅ Our goals are improv­ing cus­tomer ser­vice, low­er­ing costs, and increas­ing employ­ee morale.

Jet­zt haben alle drei Punk­te dieselbe Form.


Warum gute Autoren Parallelismus lieben

Par­al­lelis­mus macht Texte:

  • leichter les­bar
  • rhyth­mis­ch­er
  • überzeu­gen­der
  • pro­fes­sioneller

Deshalb find­et man ihn über­all:

  • in Reden
  • in Wer­bung
  • in jour­nal­is­tis­chen Tex­ten
  • in der Bibel
  • in poli­tis­chen Slo­gans

Berühmtes Beispiel:

gov­ern­ment of the peo­ple, by the peo­ple, for the peo­ple

Die Wieder­hol­ung der Struk­tur macht den Satz ein­prägsam.


Muss wirklich alles parallel sein?

Nein. Zu viel Par­al­lelis­mus kann monot­on wirken.

Strunk und White weisen selb­st darauf hin, dass man lange Lis­ten sin­nvoll grup­pieren sollte, statt zwanzig iden­tis­che Sätze hin­tere­inan­der zu schreiben.

Die Regel bedeutet also nicht:

„Jed­er Satz muss gle­ich ausse­hen.“

Son­dern:

„Gle­ichrangige Gedanken soll­ten gle­ich gebaut sein.“


Praktischer Tipp für Englischlernende

Wenn Sie einen Satz schreiben, fra­gen Sie sich:

Haben diese Wörter oder Satzteile dieselbe Funk­tion?

Wenn ja, prüfen Sie:

  • Haben sie dieselbe gram­ma­tis­che Form?
  • Begin­nen sie gle­ich?
  • Enden sie ähn­lich?
  • Ver­wende ich dieselbe Wor­tart?

Das ist oft der schnell­ste Weg zu natür­licherem Englisch.


Fazit

Die Regel “Express co-ordi­nate ideas in sim­i­lar form” gehört zu den wichtig­sten Stil­regeln im Englis­chen.

Par­al­lelis­mus hil­ft Lesern, Zusam­men­hänge sofort zu erken­nen. Gute englis­che Texte wirken dadurch klar, ele­gant und überzeu­gend.

Die Grun­didee ist ein­fach:

Ähn­liche Gedanken → ähn­liche Form

Wer darauf achtet, schreibt automa­tisch besseres Englisch.

Das ‘C’ im Englischen

Heute möchte ich die Rei­he von Beiträ­gen fort­führen, in denen wir uns einen einzel­nen Buch­staben bzw. dessen Aussprache genauer anschauen. Vor eini­gen Wochen haben wir uns ja schon mit dem ‘b’ beschäftigt. Heute soll es um das ‘c’ gehen.

Wer eine kurze Über­sicht bevorzugt, kann auf der entsprechen­den Seite auf dieser Web­site nach­schauen — dort find­en sich auch gesproch­ene Beispiel­sätze zum anhören.

Weit­er­lesen

In eigener Sache…

Als jemand der sich für Fremd­sprachen inter­essiert und Büch­er in anderen Sprachen als mein­er deutschen Mut­ter­sprache liest, bin ich schon länger auf der Suche nach der per­fek­ten App für das Lesen von EPUB-Büch­ern, mit der ich schnell und leicht Absätze über­set­zen lassen kann. Ich habe keine gefun­den und daher den Babel Read­er pro­gram­miert.

Weit­er­lesen

Spilling the beans about English idioms — Englische Redewendungen

Redewen­dun­gen sind fest­ste­hende Wort­grup­pen oder kurze Sätze, die einen Gedanken präg­nant und ein­prägsam zum Aus­druck brin­gen (Quill­bot). Sie sind qua­si “das Salz in der Suppe” beim Gebrauch ein­er Sprache.

Natür­lich gibt es sowohl im Deutschen wie auch im Englis­chen eine große Anzahl häu­fig gebrauchter Redewen­dun­gen. Oft liegen bei den bei­den Sprachen unter­schiedliche “Bilder” ein­er Redewen­dung zugrunde (etwa “under the weath­er”, dem “nicht ganz auf der Höhe sein” entspricht). In anderen Fällen entsprechen die “Bilder” einan­der voll­ständig (z. B. “to break the ice” für “das Eis brechen”).

Weit­er­lesen

Präpositionen im Englischen: Präpositionen der Zeit

Der Gebrauch der Prä­po­si­tio­nen im Deutschen und im Englis­chen ist ver­gle­ich­bar bis iden­tisch, den­noch gibt es einige Unter­schiede, die Fall­en darstellen, in die man nicht ger­at­en möchte.

Die Prä­po­si­tio­nen der Zeit (es gibt auch Prä­po­si­tio­nen des Ortes und der Rich­tung, dazu mehr in einem späteren Beitrag) sind in, at und on, sowie eine Rei­he solch­er, die in beson­deren Fällen einge­set­zt wer­den. Die Beispiele sind angelehnt an die Darstel­lung des The­mas bei Englisch-Hil­fen.

Weit­er­lesen

Das B im Englischen

Heute möchte ich eine neue Rei­he von Beiträ­gen eröff­nen, in denen wir uns in einem Beitrag jew­eils einen einzel­nen Buch­staben bzw. dessen Aussprache genauer anschauen wer­den.

Im heuti­gen ersten Beitrag soll es um den Buch­staben ‘b’ gehen. Wer eine kurze Über­sicht bevorzugt, kann auf der entsprechen­den Seite auf dieser Web­site nach­schauen — dort find­en sich auch gesproch­ene Beispiel­sätze zum anhören.

Weit­er­lesen

Titel richtig übersetzen am Beispiel von Filmen

Heute solle es in Aktu­al­isierung eines früheren Beitrags über ein The­ma aus dem Bere­ich Über­set­zun­gen gehen, bei dem es oft hanebüchen schief läuft.

Eine Über­set­zung ist die „Über­tra­gung eines (meist schriftlich) fix­ierten Textes von ein­er Aus­gangssprache in eine Ziel­sprache“ (Wikipedia). Das Ziel ein­er Über­set­zung ist es, dem Leser des Textes in der Ziel­sprache die Bedeu­tung zu ver­mit­teln, die der Text in der ursprünglichen Aus­gangssprache hat. Dies kann erfordern, von ein­er wortwörtlichen Über­set­zung abzuwe­ichen und sich eher am Sinn der Botschaft zu ori­en­tieren.

Weit­er­lesen

much — many — little — few — any

Hier wird noch ein­mal ein Gram­matik­the­ma aufge­grif­f­en, mit dem einige gele­gentlich kämpfen: wann sagt man much und wann many? Wann lit­tle und wann few?

Das Ganze ist gar nicht so triv­ial, da drei Aspek­te des Satzes bzw. worum es in ihm geht berück­sichtigt wer­den müssen:

  1. Han­delt es sich um etwas, das man zählen kann (z. B. book, child, vehi­cle, also soge­nan­nte count­a­bles), oder geht es um etwas Nichtzählbares (z. B. milk, time, effort, soge­nan­nte uncount­a­bles)?
  2. Geht es um eine große oder kleine Menge bzw. Anzahl?
  3. Ist der Satz eine pos­i­tive Aus­sage, eine neg­a­tive Aus­sage, oder eine Frage?
Weit­er­lesen

Partikelverben (Phrasal Verbs) — 2

Heute geht es um die zweite Hälfte der Par­tikelver­ben, näm­lich denen, die mit N — Z begin­nen.

Die Par­tikelver­ben, die mit A — M begin­nen, wer­den in einem anderen Beitrag vorgestellt. Dort wird auch erk­lärt, was Par­tikelver­ben eigentlich sind.

Auch die fol­gende Tabelle, die einen detail­lierten Überblick über Par­tikelver­ben von ‘m’ bis ‘z’ gibt, ist Eng­lish-hil­fen ent­nom­men, die zu vie­len Gram­matik­the­men sehr nüt­zliche Inhalte anbi­eten.

Weit­er­lesen

Partikelverben (Phrasal Verbs) — 1

Eine Spezial­ität des Deutschen, die manchen Deutschler­nen­den in den Wahnsinn treibt, ist die “Ent­fer­nung”, die zwis­chen Hil­fsverb und Par­tizip liegen kann, z. B. “Ich habe den Nach­barn, der im Juli ins Nach­barhaus gezo­gen ist und der im Kegelvere­in mit­macht, schon länger nicht mehr gese­hen”. Simul­tanüber­set­zer müssen das Verb manch­mal rat­en, da sie nicht auf es warten kön­nen. “I haven’t seen the neigh­bour…”.

Das Englis­che hat eine ver­gle­ich­bare Spezial­ität, die als Phrasal Verbs beze­ich­net wird und im Deutschen meist als Par­tikelver­ben oder trennbare Ver­ben bekan­nt sind. Es han­delt sich um zusam­menge­set­zte Ver­ben, die aus einem Verb und ein­er Prä­po­si­tion oder einem Adverb (der soge­nan­nten Par­tikel) beste­hen. Die Par­tikel verän­dert oft die eigentliche Bedeu­tung des Verbs. 

Weit­er­lesen

Englische Substantive — Singular und Plural

Heute soll es um Sub­stan­tive (nouns) geben. Sub­stan­tive, auch Nomen genan­nt, ste­hen für eine Wor­tart, die Dinge, Lebe­we­sen, Orte, Gefüh­le oder abstrak­te Begriffe beze­ich­nen. Der Plur­al wird bei den meis­ten Sub­stan­tiv­en regelmäßig gebildet. Dazu gibt es noch einige “Fein­heit­en”.

Auch wenn die “Basics” bekan­nt sein soll­ten, gibt es vielle­icht doch die eine oder andere Beson­der­heit, die Sie nicht mehr “auf dem Schirm” hat­ten.

Wir schauen uns regelmäßige und unregelmäßige Plu­ral­for­men an, Plu­ral­for­men von Fremd­wörtern (also von Wörtern aus anderen Sprachen) und Plu­ral­for­men für Namen von Grup­pen von Men­schen.

Weit­er­lesen

Häufige grammatikalische Fehler — 3

Hier ist der dritte und let­zte Beitrag unser­er kleinen Serie zu häu­fig gemacht­en gram­matikalis­chen Fehlern (der erste Beitrag find­et sich hier, der zweite hier).

Die Beispiele kom­men von aber­mals von  flu­en­tU.

15. Wörtlich oder im übertragenen Sinne (Literally or Figuratively)

Fehler­beispiel: I’m lit­er­al­ly melt­ing because it’s so hot. / Fig­u­ra­tive­ly speak­ing, it’s 100 degrees out here.

Hier han­delt es sich um einen Fehler, denn “lit­er­al­ly” bedeutet „tat­säch­lich“, während “fig­u­ra­tive­ly” „buch­stäblich” bedeutet.

“Fig­u­ra­tive­ly” wird ver­wen­det, um die Bedeu­tung von etwas zu übertreiben oder zu erweit­ern.

Richtig: Fig­u­ra­tive­ly speak­ing, I’m melt­ing because it’s so hot. / It’s lit­er­al­ly 100 degrees out here.

Weit­er­lesen

Häufige grammatikalische Fehler — 1

Heute soll es wieder um die englis­che Gram­matik gehen — genau gesagt um häu­fig anzutr­e­f­fende gram­matikalis­che Fehler.

Wie so oft hier dürfte wenig Neues dabei sein; will sagen, es geht um Dinge, die man bere­its im Schu­lun­ter­richt gel­ernt hat. Aber die Englis­chstun­den sind oft schon ein paar Jahre oder Jahrzehnte her, da dürfte eine Auf­frischung nicht schaden.

Die Beispiele kom­men von flu­en­tU.

Weit­er­lesen
« Ältere Beiträge